Es geht um ein Digitalunternehmen, das schnell wächst. Als die
Belegschaft die Marke von achtzig überschreitet, ist allen klar: So kann
es nicht weitergehen, es braucht mehr Struktur. Der naheliegende Weg
wäre eine Führungsebene: Teamleiterinnen, Abteilungsleiter, Vorstand.
Stattdessen wird abgestimmt. Wollt ihr Vorgesetzte haben? Was dabei
herauskam, ist der Anlass dieser Folge. Brauchen wir Chefs, brauchen wir
Chefinnen? Johanna Michaels sagt Ja. Tobias Hürter sagt Nein.
Die beiden diskutieren: Warum in Hierarchien Menschen so verlässlich bis
zu ihrer Stufe der Unfähigkeit aufsteigen; warum wir Demokratie in der
Politik selbstverständlich finden und in der Wirtschaft kaum je
einfordern; was Psychologen herausfinden, wenn sie messen, wer in einem
Team wie lange redet. Es geht um ein Flugzeug, das 1978 bei Portland
abstürzte, weil die Cockpitbesatzung dem Kapitän nicht zu widersprechen
wagte. Um Erste-Hilfe-Kurse und um Führungsstrukturen im OP-Saal, wo es
ein gutes Zeichen ist, wenn wenig gesprochen wird. Und um die Deutsche
Bahn, deren neue Chefin die Kultur ihres Hauses als »organisierte
Verantwortungslosigkeit« beschreibt.
Und schließlich ist da noch dieses Kammerorchester in New York, das ohne
Dirigent probt und spielt. Auch dort wird geführt. Nur eben nicht von
einem Chef.
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